Lieblingszitat des Monats

"Wenn du hoffnungslos bist, wird es auch garantiert keine Hoffnung geben. Wenn du aber an ein Verlangen nach Freiheit glaubst und dass nichts so bleiben muss wie es ist, dann kannst du vielleicht dazu beitragen unsere Welt zu verbessern."

-Noam Chomsky


Travellog: Indonesia


Ein Jahr voller Vorfreude und nun war es endlich so weit. Bali, ich komme! Mich über alle Warnungen, Sorgen und Ängste von Verwandten, Bekannten, Freunden hinwegsetzend und den allzu oft gehörten Satz „Du bist doch verrückt“ ignorierend ging es nun endlich für 3 Wochen ans andere Ende der Welt.  19 Stunden dauerte der Flug mit Thai Airways von Frankfurt aus über Bangkok nach Denpasar. Die Flüge und die ersten 2 Nächte waren auch schon das einzige, was ich im Voraus gebucht hatte. Den Rest wollte ich dann nach Lust und Laune ergänzen. Ich wollte weder an feste Orte und Zeiten noch an Ausflugsziele gebunden sein, sondern mich einfach vom Wind treiben lassen. 

Kuta war dann also meine erste Anlaufstation zum ankommen und um mich vom Jetlag erholen zu können. Das Highlight hier: Definitiv das Hotel „Llyoid’s Inn“. Als Instagram Hotspot gehypt hat es die Erwartungen auch mehr als erfüllt. Von schwimmenden Hängematten über Luftbrücken und Schaukeln an der Bar zu Duschen im Freien. Das lässt jedes Influencer-Herz höherschlagen und so war dort auch die Klientel. Typisches Bild: Frau, bis ins letzte Detail gestylt mit Selfie-Stick oder ganz professionell mit Freund/persönlichem Fotografen. Natürlich habe auch in die Location für das ein oder andere Yoga-Bild genutzt, wenn man schon mal da ist😉

Llyoid's Inn
Nach dem ich mich etwa das fünfte Mal in den Gängen des Hotels verlaufen hatte gelangte ich auch endlich mal nach draußen und innerhalb von ein paar Gehminuten auch zum Kuta Beach. Pünktlich zu meinem ersten balinesischen Sonnenuntergang. Zwischen Strandbars mit Livemusik und coolen Surfer Boys hatte ich dann endlich das Gefühl angekommen zu sein. Mein zweiter Tag startete mit einem farbenfrohen Frühstück und den absolut empfehlenswerten Dadar Gulungs. Das sind grüne Pfannenkuchen-ähnliche Teigrollen mit Kokosfüllung. Ja, es schmeckt genau so lecker wie es klingt! Danach startete ich eine Runde durch Kuta, stöberte durch kleine Lädchen, machte erste Bekanntschaften mit den Locals und genoss meine erste Whole Green Coconut im Warung Beach Bowl Bali und dazu eine Smoothie Bowl mit Liebesbotschaft. So kann es gerne weiter gehen😊 Da Kuta, wie vermutet, doch sehr touristisch und fast schon Ballermann-artig ist verbrachte ich den Abend im hoteleigenen Pool, liegend auf der schwimmenden Hängematte und plante meine Weiterreise nach Ubud.
Die Fahrt dorthin war schon geklärt. Deva, der Fahrer, der mich schon vom Flughafen abgeholt hatte, hat mich so mit seiner Freundlichkeit, seinem liebenswerten Wesen und seinen spontanen Gesangseinlagen überzeugt, dass ich ihn auch wieder für die Fahrt nach Ubud kontaktierte. Ihn werde ich mir auf jeden Fall auch für meine nächste Reise merken. In meiner neuen Unterkunft, dem Bisma Jaya Bungalow ließ ich mich zwischen bunt leuchtenden Tropenpflanzen und dem Pool mit Blick in den Dschungel von meinem Homestay- „Father“ inspirieren und beraten, was man sich hier in der Umgebung auf keinen Fall entgehen lassen sollte.
Dazu gehörte u.a. die Sunrise Trekking Tour auf den Mount Batur. Dafür wurde ich nachts um 2 Uhr direkt von meinem Homestay aus abgeholt. Mit einer Truppe von vier weiteren Reisenden und einem Guide ging es dann für etwa zwei Stunden im Dunkeln steil bergauf. Pünktlich zum Sonnenaufgang erreichten wir die Spitze des Vulkanes. Und die Aussicht von dort oben war einfach unglaublich. Mir verschlägt es immer noch den Atem, wenn ich daran denke. Wie die Sonne langsam über den Wolken auftauchte, den Himmel und die Berge in sämtlichen Farben erstrahlen lies… Ein Anblick, den ich definitiv nie wieder vergessen werde! Das ließ mich die Kälte hier hoben fast gänzlich vergessen. Das und die heiße Schokolade, die wir von unserem Guide bekamen. Diese Tour gehört auf jeden Fall zu den Highlights meiner Reise und ich kann sie wirklich jedem wärmstens ans Herz legen, der hier mal unterwegs sein sollte.
Sonnenaufgang auf dem Mount Batur

Reisfelder von Ubud
Wieder im Homestay angekommen, den Schlaf der letzten Nacht nachgeholt entschied ich mich für einen Spaziergang durch Ubud. Begleitet von Affenbanden, die über meinem Kopf auf den Leitungen von Dach zu Dach kletterten, durchstöberte ich die zahlreichen Läden, erforschte die kleinen Tempelanlangen und machte mich mit den indonesischen Spezialitäten bekannt. Mein Favorit: Gado-Gado. Meist auf einem Bananenblatt serviert gibt es einen leckeren Salat aus Gemüse und frittierten Sojasbohnen zusammen mit Tempe/Tofu oder wahlweise auch mit Kartoffel und Eiern garniert mit einer cremigen Erdnusssoße.  Indonesien ist übrigens ein Paradies für alle Vegetarier und Veganer. Weiter ging es dann über einen sogenannten „Secret Way“ durch eine enge unscheinbare Gasse auf die Reisfelder oberhalb von Ubud. Obwohl Googlemaps am Ende dieses Weges eine Sackgasse voraus gesagt hatte überzeugte mich ein Gespräch mit einem Local dort dennoch weiterzugehen. Und tatsächlich: Auf einem nicht mehr als 30 cm breiten Weg ging es mitten durch den Dschungel, auf der einen Seite ein Flusslauf und auf der anderen der Abhang. Es wurde also abenteuerlich. Vorbei an versteckten Meditationsecken, Naturlodgen und riesigen Urwaldspinnen ging es dann über eine kleine Brücke wieder zurück zu den Reisfeldern. 


Nach dem ich die Aussicht dort oben mit einer Kokosnuss im Café Pomegranate genoss kam ich endlich am berühmten Ubud Yoga House vorbei. Dort meldete ich mich direkt für drei Kurse an: Sunset Yoga, Mindfulness Meditation und Jungle Yoga. Die ersten beiden Kurse fanden am nächsten Tag statt. Was für eine tolle und inspirierende Erfahrung. Bei Sonnenuntergang mit Blick auf die Reisfelder brachte Nina in ihrem anderthalb-stündigen Vinyasa Flow wieder jede Faser meines Körpers in Schwung, gerade nach der Tour auf den Batur war das bitter nötig und absolut wohltuend. Direkt im Anschluss wurde es dann spirituell mit Sheila bei der Mindfulness Meditation. Innerhalb von 1 ½ Stunden brachte sie der Gruppe verschiedene Meditationstechniken zur Beruhigung und Entspannung des Geistes, der Gedanken näher. Neben der Anwendung von bekannten Atemtechniken meditierten wir u.a. auch mit Hilfe der Wirkung von tibetischen Klangschalen, den Geräuschen der Umgebung oder mit der Methode des Körper-Scannings. Ziel dieser Einheit war es, dass jeder für sich die beste Technik findet, um sich im stressigen Alltag Zeit für sich nehmen zu können. Zeit seinen Kopf einfach mal frei von sämtlichen Gedanken machen zu können, um zu entspannen, neue Energie zu tanken und sich einen neuen, frischen Fokus setzen zu können. Nach der Stunde informierte ich mich noch bei Sheila über das Yoga-Teacher-Training. Das wäre ein wahrgewordener Traum, wenn ich das hier machen könnte, vielleicht im nächsten Jahr 😉
Tiefentspannt, inspiriert und voller Achtsamkeit startete ich in den nächsten Tag.
Die nächste, mir empfohlene Tour stand an. Zuerst ging es zu der Tegallalang Rise Terrace.


Schaukelnd über das saftige Grün der Felder bewunderte ich diese wunderschöne Anlage.
Zur Nebensaison hält sich der Tourismus hier noch sehr in Grenzen, dennoch werden hiervon natürlich auch wieder viele Insta-Hotspot-Jäger angezogen. Weiter ging es zur Agro Santi Coffee Plantage, bei welcher ich über die Herstellung des teuersten Kaffees der Welt, dem Luwak, aufgeklärt wurde. Über die Grenzwertigkeit dessen, auch was die Haltung der Schleichkatzen betrifft lässt sich streiten. Abgesehen davon konnte ich hier aber auch verschiedene Kaffee- und Teesorten verköstigen. Die nächste Station war der Pura Tirta Empul, ein balinesischer Wassertempel. Hier ließ ich mich in den heiligen Quellen „reinwaschen“, so der Brauch. Leider hat auch dieser Ort durch die vielen Touristen nicht mehr viel mit Spiritualität zu tun. Ich musste das Getümmel um mich herum schon vollkommen ausblenden können, um die Magie dieser Tempelanlage spüren zu können.
Wenn man allerdings so eine Erfahrung wie ich hier macht, verschwindet die Spiritualität auch dann. Von einem Mönch, der sich freundlicherweise als Guide angeboten hat in der Umkleide bedrängt zu werden ist nun mal nicht die Tempelerfahrung, die ich mir gewünscht hatte. Noch etwas perplex ging es dann weiter zum nächsten Tempel, dem Pura Gunung Kawi. Entlang von 300 Stufen zwischen Felsen und Reisfeldern erstreckt sich dieser riesige und wunderschöne Tempelkomplex. Unten angekommen fand ich nach Überquerung einer kleinen Brücke die überlebensgroßen, in Felsen eingemauerten Statuen vor, welche die berühmten Königsgräber schmücken. Von dort aus konnte ich schon die Klänge der Bambusflöten, Metallophone, Rasseln und Trommeln hören. Wenn man Glück hat, wie in meinem Fall, kann man sich dort den traditionellen balinesischen Tanz in seiner ursprünglichsten Form und in authentischer Umgebung anschauen.
 Da er dort noch zu rituellen und nicht nur zu touristischen Zwecken aufgeführt wird, kam ich zwar nicht sehr nah heran, aber dafür konnte ich den Spirit der Kultur umso stärker spüren. Eine großartige Erfahrung! Danach sollte es eigentlich direkt weiter gehen zum Tegenungan Waterfall. Leider dämmerte es aber schon fast und mein Fahrer wollte mich lieber noch seinem Bekannten vorstellen, welcher im Daging Wood Carver imposante Holzskulpturen herstellt. Natürlich war das alles gut durchdacht, damit ich möglichst dort auch nochmal mein Portemonnaie zücke. Als ich dann endlich am Wasserfall ankam war es schon so spät, dass ich ihn nur noch von weiten anschauen und nicht mehr hinuntersteigen konnte. Das blieb dann auch der einzige Wasserfallbesuch meiner Reise. So sehr bedauere ich das aber eigentlich auch gar nicht so sehr, denn dafür habe viele andere großartige Sachen gemacht, die ich vorher noch gar nicht auf dem Schirm hatte. Ein ereignisreicher Tag neigte sich dem Ende zu.

Vorbei war er aber noch nicht. Nach einer kurzen Entspannungsrunde im Pool durchkämmte ich zusammen mit fünf anderen Reisenden aus Deutschland die Bars von Ubud.  Nach dem wohl ausgiebigsten Dinner meiner Reise im Warung Makan Bu Rus, welches umgerechnet trotzdem nur 10€ gekostet hat, lauschten wir coolen Reggae-Klängen in der Bamboo Bar, tranken traditionell balinesischen Arak und tauschten uns über unsere Erlebnisse und weiteren Plänen aus. Für mich und eine meiner neuen Bekanntschaften ging es weiter nach Nusa Penida. 
Hafen von Nusa Penida
Über ihren Homestay-Father buchten wir das Taxi zum Port Kodang Sesetan, die einstündige Überfahrt mit der Fähre und die Unterkunft auf der Insel. Erstaunlich wie wir schon während der Bootstour beobachten konnten, wie das Wasser immer türkiser wurde. Die Paradis-Strände rückten spürbar näher. Das Homestay war jedoch weniger idyllisch. Ein Zimmer aus Betonwänden und ohne Fenster kam für uns nicht in Frage. Auch, wenn wir nur die Nächte dort verbringen würden wollten wir uns dennoch wohl fühlen. Also wurde umgebucht in die Full Moon Bungalows und das sollte noch ein riesiger Glücksfall werden denn zu der Anlage gehört auch die Full Moon Bar und dort trat abends Tony mit seiner Band auf. Tony, ein 1a Bob Marley Double, begleitete jeden unserer Abende auf der Insel mit seiner außergewöhnlich tollen und gefühlvollen Stimme, seiner unglaublichen herzlichen und liebenswürdigen Erscheinung und seiner inspirierenden Art und Weise Glück im Leben zu finden, ohne dafür viel besitzen zu müssen. Die Begegnung mit ihm ist und bleibt die tollste Erfahrung meiner gesamten Reise, für die ich unheimlich dankbar bin. Schon erstaunlich, wie sehr ein Mensch einem in so kurzer Zeit ans Herz wachsen kann. Nach dem Auftritt von Tony an unserem ersten Abend wurden wir von seine Bandkollegen noch zum Jammen am Strand eingeladen. Ausgerüstet mit Gitarre und Cajon sangen wir sowohl zu den Klassikern wie Country Roads, natürlich in der Reggea Version, als auch zu den größten Liebesschnulzen von Ed Sheeran. Mit den Wellen im Hintergrund und dem Sternenhimmel über uns war in diesem Moment das gesamte Ambiente einfach nur perfekt, das perfekte Inselfeeling. Wieder zurück in unserem Bungalow wurde das Inselfeeling dann aber doch etwas zu authentisch. Mit einer handgroßen Dschungelspinne im Zimmer konnten wir dann doch nicht beruhigt einschlafen. Glücklicherweise erwiesen sich die Musiker noch als ausgezeichnete Spinnenjäger. Nachdem wir uns dann einen Schutz aus einem Moskitonetz und meinem Kamerastativ über unser Bett zusammengeschustert hatten entschieden wir uns dann doch am nächsten Tag das Quartier noch einmal zu wechseln. Diese dumme irrationale Angst vor Spinnen hat leider gesiegt :D
Nichts desto trotz, in unserer neuen Unterkunft, dem Welcome Inn haben wir uns einfach wohler gefühlt. On Top war hier, dass uns der Besitzer jegliche Fahrten über die Insel organisierte. Die wichtigste Route war natürlich die, die uns abends wieder zur Full Moon Bar führte. Direkt neben unserem Homestay war das Poolside Cafe, welches nicht nur durch das großartige Ambiente, sondern auch durch die überaus leckeren und frischen Gerichte überzeugte. Von Chia-Avocado-Choco-Smoothie-Bowls über das leckerste vegane Curry bis hin zur Whole Green Coconut mit Drachenfrucht-Eisstäben. Selbstverständlich wurde das hier zu unserem Stammlokal, wir hätten uns ja am liebsten durch die ganze Karte geschlemmt. Nachdem wir die erste Nacht in unsere neuen, „sicheren“ Unterkunft verbracht hatten ging es am nächsten Morgen auf zur Crystal Bay. Wir, mittlerweile zu viert (Meine Bekanntschaft aus Ubud und ein deutsches Pärchen) verbrachten dort den ganzen Tag bis zum traumhaften Sonnenuntergang. 
Sonnenuntergang bei der Crystal Bay
Das Highlight dieser Location ist nämlich der riesige maulwurfförmige Felsen mit Loch im Wasser. Geht die Sonne an diesem Strand unter so verläuft sie direkt durch dieses Loch und das sieht so spektakulär aus! Abgesehen davon war der Strand ein typischer Badestrand wobei es uns die scharfen Korallen nicht besonders leicht gemacht haben ins Wasser zu kommen. Als wir es dann aber geschafft hatten konnten wir uns schon ein erstes Bild davon machen, was uns wohl bei einem noch kommenden Schnurchelausflug erwartet. Diese bunte Unterwasserwelt ist wirklich unbeschreiblich. Als die Ebbe dann kam konnten wir auf eine erste Entdeckungstour gehen und nicht nur die vielen kleinen Tierchen beobachten, welche sich dort so tummelnden, sondern auch einen Local der eine Wasserschlange oder Aal (wir waren uns nicht so ganz sicher) fing. Der Gedanke, dass wir gerade noch mit so etwas dort schwimmen waren, war schon etwas komisch :D
Am Abend ging es natürlich wieder in die Full Moon Bar. Nach ausgelassener Tanzeinlage mit einer Gruppe Amerikanern machten wir mit Tony eine Tour für den nächsten Tag aus. Er wollte uns die schönsten und sehenswertesten Orte von Nusa Penida zeigen. Die Vorfreude mit ihm den ganzen Tag zu verbringen war riesig! Früh um 8 ging es los, er holte uns direkt vom Homestay ab. Der Kelingking Beach war unsere erste Station. Diesen konnten wir, wie die anderen Orte auch, nur über Straßen erreichen, die den Namen Straße eigentlich nicht verdient hatten. Es wurde eine richtige Achterbahnfahrt. Dort angekommen waren wir mal wieder sprachlos. 
Kelingking Beach
Der Blick auf die Felsformation, die an den Kopf eines Dinosauriers erinnerte in türkis blauem Wasser war wirklich unglaublich und der Abstieg ein richtiges Off Road-Trip. Gefühlt ging es 180 Grad nach unten teilweise noch über so etwas wie Stufen aber größtenteils über Steine und losem Geröll. Das hat so Spaß gemacht! Oben wieder angekommen wurden wir von neugierigen Affen beäugt u.a. einer Affenmama dir ihr Baby säugte. Das war so ein schönes Bild und wahrscheinlich auch das tollste Foto, dass ich jemals geschossen habe😊


Vor lauter Rührung so abgelenkt hat es doch ein anderer Affe geschafft, mir die Sonnenbrille zu stibitzen, aber ihm stand sie auch wirklich besser als mir. Bevor wir weiter fuhren führte uns Tony an eine etwas abgelegener Stelle auf dem Felsen von wo aus wir eine großartige Aussicht auf den Ozean hatten. Dort gönnten wir uns eine kurze Pause auf Rastafari-Art. Unser nächstes Ziel war der Broken Beach. Auch da war es gar nicht so einfach hinzukommen. Wenn einem auf so engen „Straßen“ auf denen man es schon mit einem Auto schwer hatte, weil auf beiden Seiten der Abgrund wartet auch noch welche entgegenkommen muss man als Fahrer schon echtes Fingerspitzengefühl beweisen. Tony meisterte das mit Bravour. Er war sogar noch in der Lage uns mit seinen Gesangseinlagen und Geschichten über sich und die Insel zu unterhalten. Der Broken Beach war nicht weniger atemberaubend als die Location davor. Durch eine Art natürliche Brücke wird diese leuchtend blaue Bucht vom Meer getrennt. Es war schon ein spektakuläres Schauspiel die Wellen, die sich in dieser Bucht gebrochen, sie gefüllt und fast wieder entleert haben, zu beobachten. 
Und noch ein Highlight: Wir haben über die Bucht hinaus im Meer tatsächlich ein Gruppe Delphine entdecken können 😊. Gleich neben dem Broken Beach war der Angels Billabong. Ein natürlicher Infinity Pool. Je nach Gezeiten ist es dort sogar möglich baden zu gehen, aber leider waren wir zur falschen Zeit dort. Nicht desto trotz, es sah auch von außen unglaublich schön aus. Was die Natur nur so alles schaffen kann.

Nachdem uns Tony noch von seinem Lieblingssnack Pisang Koreng, also frittierte Bananen überzeugt hat ging es weiter zu unserer letzten Station, dem Diamond Beach. Und der war schon von oben betrachtet sehr imposant was an den vielen diamantförmigen Felsen im Wasser lag, welche diesem Strand seinen Namen gegeben haben. Und auch hier war der Abstieg wieder sehr abenteuerlich, denn nur eine schmale Fahrt direkt an der Felswand führte hinunter. Die letzten paar Meter wurde dann nur noch von Stein zu Stein gesprungen.
Diamond Beach

Mein neuer Bruder Tony *-*
Am Strand angekommen hieß es dann endlich ins Wasser. Während sich Tony am Strand ein Nickerchen gönnte rannten wir ins kühle Nass direkt in die riesigen Wellen. Das war schon noch eine andere Nummer als die Wellen, die ich bisher von der Ostsee kannte. Es war zwar nicht ganz ungefährlich aufgrund des starken Rückstroms und den scharfkantigen Felsen und Korallen im Wasser, aber es war dennoch ein riesiger Spaß! Zurück am Strand legten wir eine kleine Yoga-Session hin und es gelang mir tatsächlich allen die Krähe beizubringen, so mehr oder weniger zumindest. Tony hat es mit Bravour gemeistert. Ein ereignisreicher Tag neigte sich wieder dem Ende zu und nachdem uns Tony zum frisch machen kurz ins Homestay gefahren hat ging es für unseren letzten Abend noch einmal in die Full Moon Bar. Nur hatte dieser Abend schon einen leicht nostalgischen, melancholischen Beigeschmack. Der Abschied von dieser Insel und vor Allem von Tony viel mir besonders schwer. Nach gefüllten Stunden, die wir uns in den Armen lagen und wir uns immer noch nicht Auf Wiedersehen sagen konnten beschloss Tony uns am nächsten Tag noch zum Frühstück zu besuchen und uns zum Hafen zu fahren. Nach dem tränenreichen Abschied ging es für mich und meine Mitreisenden mit dem Speedboat nach Nusa Lembongan.
Hier war unser primäres Ziel einen Schnurchelausflug zur Manta Bay zu machen. Leider aber hatten wir nicht das Glück dort auch Manta Rochen zu sehen aber gelohnt hat sich die Tour dennoch. Die farbenfrohe Unterwasserwelt ist hier schon überaus bemerkenswert und wunderschön. Am Nachmittag fuhren wir noch mit den Rollern zum Mangrove Forrest um einer Kanu Tour zumachen und hier hat man sich wirklich gefühlt wir im Amazonas. Es war großartig! Nur wurden wir von der Ebbe überrascht und so mussten wir mehrmals aus den Booten austeigen, um uns aus dem Schlamm zu schieben. Da hätte uns ja mal jemand vorwarnen können :D 
Am Abend planten wir im Green Garden Restaurant unsere Weiterreise auf die Gillis, genauer: Gilli Air.
Mit der Fähre waren wir Innerhalb von knapp drei Stunden und mehreren Zwischenstopps auf den anderen Gilli Inseln, Gilli Meno und Gilli Trawangan, endlich angekommen. Jede Insel hat hier einen anderen Ruf. Gilli Meno ist die Honeymoon-Insel, Gilli Trawangan die Party-Insel und Gilli Air die Chiller-Insel und ich bin wirklich froh, dass wir uns diese herausgesucht haben. 

Hafen von Gili Air


Am Hafen angekommen konnten wir die gesamte Insel bis zu unserem Homestay, dem Bintang Tiger, innerhalb von 20 Minuten zu Fuß überqueren. Unsere Bungalows waren wirklich unmittelbar am Meer so konnten wir jeden Tag direkt am Strand im Homestay-eigenen Restaurant frühstücken. Die Insel hier hatte ihren Ruf zu Recht. Es war so entspannt hier. Die Menschen, die hier leben uns arbeiten hatten permanent ein Lächeln auf den Lippen. Es war wirklich wie in einer anderen Welt hier. Eine friedliche, freundliche Welt, frei von jeglichen Sorgen und Problem. Definitiv ein Ort, an dem sich Leben leicht anfühlt. Leider hatte ich hier nur noch drei Tage, dann musste ich zurück nach Bali, denn die Reise näherte sich langsam dem Ende. Es war auf jeden Fall die beste Entscheidung meine letzten Tage hier zu verbringen und einfach mal nur am Strand zu relaxen, zu genießen, die bisherige Reise Revue passieren zu lassen und dankbar zu sein, für alles was man erlebt hat und besonders auch für mein letztes Highlight: Einen Ausflug wollten wir noch machen und zwar zur Turtle Bay und der hat sich so richtig gelohnt! Wir hatten tatsächlich das Glück beim Schnurcheln riesige Schildkröten zu sehen und wirklich Seite an Seite mit ihnen schwimmen zu können. Es war so unglaublich! Es war wirklich, als würden wir diese wunderschönen Tiere für einen Moment in ihrer Welt besuchen, die Welt aus ihren Augen sehen. Dieses Erlebnis war so wunderschön und ein perfekter Abschluss. 

Die Überfahrt nach Bali trat ich wieder allein an. Für die letzten zwei Tage ging es nochmal nach Ubud. Schließlich hatte ich noch eine Yoga- Stunde im Ubud Yoga House offen, das Jungle Yoga mit…  Natürlich wollte ich auf dem Ubud Market noch das ein oder andere Mitbringsel besorgen. Das hatte ich mir bewusst bis zum Ende der Reise aufgehoben um nicht mit mehr Gepäck als nötig herum zu reisen. Nachdem ich nochmal ein paar der von Mady Morrison zu Recht empfohlenen Restaurant und Warungs, u.a. dem Sayuri Healing Food und dem Seeds of Life abgeklappert habe gönnte ich mir noch eine Original balinesische Massage. Und dann brach auch wirklich schon der Tag der Abreise an. Viel viel zu früh. Natürlich griff ich für die Fahrt zum Flughafen wieder auf meinen Freund Deva zurück der mich sogar noch bis zum Check- In brachte. Ein toller Mensch!
Im Flugzeug hat sich alles noch ganz unwirklich angefühlt. Habe ich das alles wirklich erlebt? Ist die Reise wirklich schon vorbei? Wie lange werde ich den Ort hier nicht wiedersehen? Ich habe da schon angefangen, das Leben hier zu vermissen. Drei Wochen sind einfach wirklich zu wenig. Meine nächste Reise hier her plane ich definitiv länger und dass es eine nächste geben wird ist klar. Am liebsten so schnell wie möglich. Wieder in Deutschland angekommen fühlt es sich einfach so an, als fehlt etwas, als wäre ein Teil von mir dortgeblieben und solange ich hier bin, bin ich nicht ganz vollständig. Heißt also, es wird wieder gespart sofern das jetzt während dem Studium möglich ist :D
Das nächste Mal soll es aber nicht primär Bali sein, außer für das Yoga Teacher Training. Ich möchte noch mehr die umliegenden Inseln erkunden und vor Allem mehr Zeit auf Nusa Penida verbringen. Das ist mein Ziel. Darauf arbeite ich hin, denn es vergeht kein Tag, an dem ich nicht an das Leben, an die großartige Zeit, an die wundervollen Menschen hier in Indonesien denke und mich dahin zurückwünsche! Diese Reise anzutreten war definitiv die beste Entscheidung meines Lebens!


Sonnenuntergang auf Gili Air, mit Blick auf Gili Meno, Gili Trawangan und dem Mount Agung auf Bali


Mount Batur

Pura Tirta Empul

Diamond Beach

Tegallalang Rise Terrace

Abschiedsbild mit Tony


Kelingking Beach

Saraswati Temple

Kommentare

Nicht unfehlbar

Auf dieser Seite schreibe ich einfach nur wild drauf los, schreibe auf, was gerade in meinem Kopf so herumfliegt. Also achte ich weder auf Rechtschreibung noch auf Ausdruck, denn darum geht es nicht. Also seid nachsichtig, es geht lediglich um Gedankengut, bei dem ich schon froh bin, dies überhaupt auf Papier zu bringen. ;)