Lieblingszitat des Monats

"Wenn du hoffnungslos bist, wird es auch garantiert keine Hoffnung geben. Wenn du aber an ein Verlangen nach Freiheit glaubst und dass nichts so bleiben muss wie es ist, dann kannst du vielleicht dazu beitragen unsere Welt zu verbessern."

-Noam Chomsky


Der Rest des Lebens

"Yoga is not about touching your toes, it's what you learn on the way down."

Der Moment, wenn man diese eine Asana, zu der einem immer die nötige Kraft, die nötige Balance gefehlt hat, auf einmal gelingt. Nicht, weil man diese lange geübt hat, einfach so, aus dem nichts. Plötzlich fehlt dieses unsichtbare Gewicht, das einen sonst nicht hat abheben lassen, dieses unsichtbare etwas, das einen sonst immer aus dem Gleichgewicht gebracht hat.
Nun da Yoga eben nicht nur reine Übungssache, sondern vor allem auch Kopfsache ist, muss man sich also fragen, welche Instanz sich sonst seit dem letzten mal geändert hat. Was kann dazu geführt haben, dass man urplötzlich die nötige Balance, die nötige Kraft, den nötigen freien, unbeschwerten Kopf hat? 
Und es hat sich was geändert. Seit dem letzten mal ist eine Instanz verschwunden. Aber kann das sein? Diese Instanz? Die war doch nie ein hinabziehenden Gewicht. Diese Instanz war doch genau das,was einen hat abheben lassen, die einen ins Gleichgewicht gebracht hat. Die einem die größten Glücksmomente geschenkt hat. Von der man dachte, dass diese einen den Rest des Lebens begleiten wird. Vielleicht muss man manchmal auch gute Dinge beenden für einen Neuanfang. Vielleicht hat man sich den Rest des Lebens anders vorgestellt. 
Das ist er, der Moment, wo einem klar wird, warum alles so gekommen ist, denn:
Soll der Rest des Lebens wirklich jetzt schon beginnen?
Vielleicht muss man es erst noch schaffen 
abzuheben.
Eigene Wege gehen.
Sich selbst finden. 
Tun, was man schon immer tun wollte.
Dann kann der Rest des Lebens beginnen, weil man dann nicht mehr mit dem Gefühl leben muss, etwas verpasst zu haben, von etwas aufgehalten worden zu sein, nicht nach seiner Intuition gehandelt zu haben. Denn später bereut man nicht das, was man getan hat, sondern das, was man nicht getan hat. 
Also sollte man auf sein Gefühl hören, wenn es einem sagt "Jetzt noch nicht", wenn es sagt "LEBE JETZT,aber noch nicht den Rest deines Lebens!"
Solange man noch kann, sollte man sich also von allem lösen, was einen
festhält, 
abhält, 
klein hält.
Wenn man machen möchte, was man will ohne Rücksicht auf Verluste, sollte man sich schon vorher von möglichen Verlusten trennen. Denn dann gibt es nichts mehr zu verlieren. Dann muss man auch riskieren, dass nicht jeder diesen Weg mitgeht. Dass nicht jeder wartet, bis man sich dafür entscheiden, den Rest des Lebens zu beginnen. Man wird Menschen auf diesem Weg verlieren. Aber die Menschen, die da sind, wenn man bereit ist für den Rest des Lebens, die werden auch bleiben.
Diese Momente, wo man sich erst für sich entscheiden sollte. 
Jetzt bin ich dran. 
Jetzt kann ich nicht mehr auf andere Rücksicht nehmen.
Jetzt stecke ich nicht mehr zurück.
Jetzt mach ich mir die Welt, wie sie mir gefällt.
Jetzt bin ich noch jung. 
Jetzt bestimme ich selbst, wann der Rest meines Lebens beginnt.
Und ich freue mich über alle, die dann an meiner Seite sind.
Und ist es nicht schöner, den Rest seines Lebens mit jemanden zu verbringen, der ausgeglichen, mit sich und der Welt im Reinen ist, weil
er nichts bereut,
sich nichts verbietet, 
nichts unterdrückt, 
sich selbst akzeptiert,
als mit jemanden, der sich immer die Frage stellen wird 
"Soll das jetzt wirklich schon der Rest meines Lebens sein?" 



Um wieder an den Anfang zurück zu kommen, die besagte Asana war Barkasana, die Krähe. Eine Asana, mit der man sich über die eigenen Grenzen erheben kann. Sie erfordert Kraft, Balance und viel Vertrauen in sich selbst. Ängste, Zweifel, Selbstzweifel können einen den nötigen Mut rauben, die Füße  abzuheben. Gelingt es, ist es ein Zeichen für innere Stärke, inneres Gleichgewicht, Selbstbewusstsein, Selbstvertrauen und Willenskraft.
Eigenschaften, die ich mir für den Rest des Lebens erhalten möchte.

Schon verrückt, was eine einzelne Asana auslösen kann und was sie einem eröffnet, wenn man plötzlich klar sehen kann. 

"Yoga is not about touching your toes, it's what you learn on the way down."
 - Jigar Gor

Kommentare

Nicht unfehlbar

Auf dieser Seite schreibe ich einfach nur wild drauf los, schreibe auf, was gerade in meinem Kopf so herumfliegt. Also achte ich weder auf Rechtschreibung noch auf Ausdruck, denn darum geht es nicht. Also seid nachsichtig, es geht lediglich um Gedankengut, bei dem ich schon froh bin, dies überhaupt auf Papier zu bringen. ;)