Zerstückelte Welt
Wünschen wir uns nicht alle ein Leben voller Glück, eine Welt voller Friedlichkeit? Aber was ist denn Realität? Wir leben Seite an Seite mit Menschen, die behaupten, dass ihr Leben lebenswerter ist, als das anderer. Wer kann denn da von sich behaupten, so wie die Welt jetzt ist, glücklich zu sein? Wie kann man glücklich sein, in einer Welt voller Leid, Ungerechtigkeit und geschürtem Menschenhass? Wie kann man glücklich sein, in einer Welt, die immer noch so im Hierarchiedenken verankert ist, wo ein Leben mehr wert ist als das andere? Wer entscheidet das? Und wie kannst du glücklich sein, wenn du nicht weißt, ob morgen genau derjenige entscheidet, dass dein Leben nichts wert ist? Du glaubst glücklich zu sein, weil du eine Familie hast, die dich liebt, einen Job in dem du gut verdienst, ein Zuhause, das du nach deinen Vorstellungen hergerichtet hast. Aber all das, hast du doch nur, weil du Glück hattest. Weil du das Glück hattest, in eine Familie hineingeboren zu sein, denen die Unantastbarkeit der menschlichen Würde noch etwas bedeutet. Sicher war es nicht nur Glück sondern auch Arbeit, die dir zu einem guten Job verholfen hat. Aber du hattest Glück, dass du in einem Land aufgewachsen bist, wo es so leicht möglich ist, zur Schule zu gehen, eine Ausbildung zu machen und du hattest Glück, an einen Betrieb geraten zu sein, der dich fair bezahlt und nicht ausbeutet. Und du hattest Glück, in einer Gegend aufzuwachsen, wo du an fast jede materielle Chance kommen kannst. Jetzt stell dir einmal vor, du hättest all dieses Glück nicht gehabt. Stell dir vor, dass es Menschen auf dieser Welt gibt, denen genau dieses Glück immer verwehrt bleiben wird. Menschen, die bereits in eine kaputte Familie, in ein zerstörtest Land, in eine ausbeutende Gesellschaft hineingeboren werden, noch ehe sie den ersten Schritt auf dieser Welt gehen konnten. Kannst du glücklich sein, wenn du weißt, dass das einzige, was dich von diesen Menschen unterscheidet, Glück ist? Und es gibt ein was, dass dich so fest und unmittelbar mit diesen Menschen verbindet, die Tatsache, dass ihr alle in dieselbe Welt hineingeboren wurdet. In eine Welt, in der wir dafür verantwortlich sein sollten, dass jedes Leben lebenswert ist, dass es nicht nur der Zufall entscheidet, ob man das Glück hat glücklich sein zu können. In keiner Zeit zuvor hatten wir so viele Möglichkeiten, diese zerstückelte Welt zu einer zu machen. Wir haben die Möglichkeit der weltweiten Vernetzung und Kommunikation, wir haben die Möglichkeit der Bildung, der Aufklärung. Wir haben die Möglichkeit, aus einer Gesellschaft eine Gemeinschaft zu machen. Wir haben die Möglichkeit, auch die kleinsten Winkel der Erde zu erreichen und dort großes zu vollbringen. Wir haben die Möglichkeit, das Hungern zu beenden, die Armut zu beenden. Wir haben die Möglichkeit weltweit Gleichberechtigung herzustellen. Alles was wir tun müssen, ist zu erkennen, dass das was uns verbindet, die Tatsache ist, dass wir alle mit dem selben Recht zu leben auf diese Welt gekommen sind und wir müssen anfangen, anfangen die Möglichkeiten, die wir selbst im Laufe der Menschheit geschaffen haben, zu nutzen!


Und doch ist es so unendlich schwer, all das zu verwirklichen...
AntwortenLöschenDiese Gedanken sind voller Idealismus, das finde ich sehr richtig. Diesen Idealismus gilt es in die Realität zu übertragen, und ihn von geistigen Ansätzen zu "wirklichen", materiellen Lösungen zu formen.
AntwortenLöschenLeider fällt mir da auf die Schnelle auch nichts Gescheites ein.
Eben habe ich den Film "Captain Fantastic" geschaut - ein wunderschöner Film. Am Ende gibt der Vater seinem Sohn eine Reihe von Ratschlägen: "Sei immer respektvoll und höflich [...]. Sei immer ehrlich und mach's Dir nicht zu einfach. Lebe jeden Tag, als wäre es Dein letzter. Saug alles auf, such das Abenteuer, sei tapfer, doch genieße! Das Leben ist kurz."
Diese Lebensführung könnte zumindest in unserem näheren Umfeld zu einer gerechteren, leidfreieren Welt führen...